Kurz-Info überregional

calendar-2405195_1280 (Was wir aus 2018 lernen können) Quelle: pixabay.com
29.12.2018 – 03:15 Uhr (zuletzt bearbeitet: 29.12.2018 – 14:13 Uhr)

Was wir aus 2018 lernen können

Gedanken zu einer menschlicheren Gesellschaft

Zum Jahresabschluss einige Gedanken von Professor Harald Lesch aus der Reihe „Lesch’s Kosmos“, die helfen können, unsere Welt ein wenig besser zu machen. Dazu gehört, dass wir erkennen, was uns 2018 teils entmenschlicht hat und worin für 2019 Chancen bestehen, als Mensch und Gesellschaft zusammen zu rücken.

 

1. Thema: GEWALT

Ob im Netz oder im gesellschaftlichen Miteinander – die Welt scheint aggressiver zu werden.

Die Welt wird immer komplizierter und komplexer und ihre Anforderungen überfordern uns. Wir strampeln und strampeln, um den Anschluss nicht zu verlieren – geistig und materiell, um nicht abzurutschen, wie es der deutsche Soziologe Hartmut Rosa mal formuliert hat. Diese scheinbare Aussichtslosigkeit all unserer Bemühungen lässt uns unsere Enttäuschung, unsere Wut, unseren Frust über die Welt in die Welt hinaus schicken. Es ist ja auch so einfach. Man sitzt im warmen Wohnzimmer und kann per Knopfdruck in Lichtgeschwindigkeit die schlimmsten Lügen und Beleidigungen in die Welt hinaus schicken. Aber wehrlos sind wir nicht! Wir sollten uns einig und einheitlich als Gesellschaft gegen verbale Gewalt, Mobbing und Belästigung stellen. Wir sollten uns stark machen für pro-soziale Haltungen und Handlungen, denn wir sind ein Teil der Gesellschaft. Wir können sie verändern, wir können mit dafür sorgen, dass Hass und Wut nicht unser Brot wird, im Netz wie im richtigen Leben. Und anfangen müssen wir bei unseren Kindern, denn die lernen von uns, wie man ein richtiges Leben führt, als Mensch mit Menschen, als Mitmensch und nicht als Rivale und Konkurrent, denn „Zusammen- das ist das Glück!“.
Mediathek-Beitrag des ZDF hier.

 

2. Thema: ANGST

Was hilft gegen Angst und was verstärkt sie?

Der römische Philosoph Seneca sagte vor 2000 Jahren: „ein wirksames Mittel gegen Angst ist Milde“. Mild sein heißt freundlich und großzügig sein gegenüber sich und allen anderen Menschen. Milde schafft Vertrauen und mildert damit Ängste. Aggression gegen Andersdenkende kennt keine Milde. Im Internet wird Angst am Fließband produziert. Und so wird aus Angst Furcht, aus Furcht wird Hass und daraus oft genug eine Spirale der Gewalt. Und das erzeugt natürlich wieder neue Ängste. Und auch unser Lebensstil, der Menschen nach Erfolg bewertet, erzeugt Ängste, Verlust- und Versagensängste. Hier Milde walten zu lassen, wäre für uns alle sehr wünschenswert, denn Angst ist kein guter Ratgeber. Sich seinen Ängsten zu stellen, furchtlos und mutig, und für eine friedliche und gerechte Zukunft zu handeln – das ist der kategorische Imperativ des 21. Jahrhunderts. Dann verleiht Angst Flügel und isst nicht unsere Seele auf.
Mediathek-Beitrag des ZDF hier.

H Petri
PS: Da nicht in allen ländlichen Bereichen der Datendurchsatz hoch genug ist, um auf Mediathek- Videos zurück zu greifen, habe ich den Wortlauf des Autors mitgeschrieben.


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