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ki-pixabay (Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Grenzen) Quelle: pixabay.com
28.11.2019 – 13:40 Uhr (zuletzt bearbeitet: 04.12.2019 – 15:45 Uhr)

Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Grenzen

Software Algorithmen – unterschätzte Gefahren der Digitalisierung

Der Absturz zweier 737-MAX der Firma Boeing mit über 300 Toten führte dazu, dass dieses unter Zeitdruck entstandene Flugzeug erst mal völlig aus dem Verkehr gezogen wurde. Boeing hatte versucht, dem Konkurrenten Airbus eine schnelle und preiswerte Alternative entgegen zu stellen. Doch musste aufgrund geringerer Bodenfreiheit eine unzulässige Schwerpunktverschiebung (bedingt durch neue, aber größere Triebwerke) in Kauf genommen werden. Dieser Nachteil sollte mittels Software-Algorithmen während des Flugs permanent über den Eingriff auf die Heckflügelsteuerung ausgegleichen werden.

Bei erstem Hinsehen eigentlich eine „künstlich-intelligente“ Lösung. Zumindest in der Theorie. Dass aber unsere Welt erheblich komplexer sein kann, als der schlaueste Algorithmus, wurde erneut in einer traurigen Wahrheit offenbar. Der Preis dieser Erkenntnis ist im beschriebenen Fall grausam.

Das soll aber keineswegs bedeuten, sich nicht dem Thema KI zu widmen, denn wichtige und sinnvolle Anwendungsbereiche gibt es reichlich. Nur mit dem unbedingten Glauben an Algorithemn, die perfekt in der Lage sein sollen, eine Urteilskraft zu entwickeln, nach Kausalität – also dem Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung –  zu erkennen, sollten wir etwas vorsichter umgehen. Einer Technologie, die zwischen 0 und 1 entscheidet und damit letztendlich zwangsläufig immer zum gleichen Egebnis kommt, sollte nicht zugemutet werden dürfen, Urteilsfähigkeit z.B. des abendländischen Denkens, Handelns und Erfahrens zuzutrauen.

Jedem, der in Sachen Digitalisierung und insbesondere zum Thema KI Verantwortung trägt, empfehle ich diesen Vortrag  von Professor Harald Lesch.
H Petri


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