Kurz-Info

medizinprodukte (Bericht: „Das gefährliche Geschäft mit Implantaten“) Quelle: ARD
27.11.2018 – 16:13 Uhr (zuletzt bearbeitet: 01.12.2018 – 12:44 Uhr)

Bericht: „Das gefährliche Geschäft mit Implantaten“

Außer Kontrolle:
Schockierender Bericht über Zulassungspraktiken von Medizinprodukten

Sollten Sie diesen Bericht vom 26.11.2018 (20:15 in der ARD) verpasst haben, können Sie ihn in der Mediathek über diesen Link  sehen.

Dass in Europa und auch in Deutschland lukrative Geschäfte speziell mit Implantaten (Gelenke, Stützen, Herzschrittmacher, Insolin-Pumpen usw.) gemacht werden, ist vielen Menschen nicht bewusst. Noch weniger ist über Zulassungs- und Zertifizierungspraktiken bekannt. Werden aus gutem Grund unsere Medikamente einer unabhängigen und sehr aufwendigen Prüfung unterzogen, findet dies bei Medizinprodukten meist recht oberflächlich statt. Das Fatale ist: Hersteller suchen sich ihre Prüfer selbst aus – es gibt keine unabhängigen Prüfinstitute (weil kein Gesetzeszwang). Dass damit in vielen Fällen Sorgfalt sowie medizinische Expertise außen vor bleiben, ist die logische Folge. Im Bericht wird über extrem viele Patienten berichtet, die durch fehlerhafte Implantate mit zerstörter Gesundheit einen hohen Preis zahlen! Zehntausende Implantate müssen jährlich operativ wieder entfernt werden, ein Skandal! Man fragt sich, wie das möglich sein kann.

Bei diesem Thema wird erneut deutlich, dass Politik sich nicht von der Industrie instrumentalisieren lassen darf. Ein klein wenig  Hoffnung gibt es : Gesundheitsminister Spahn stellte unlängst ein Programm zur Verbesserung der Zulassungspraktiken vor. Aber so lange Prüfstellen nicht unabhängig operieren, wird es nicht mehr als ein vager Versuch bleiben, da es weder ein Gesetz noch Strafen bei Verstößen gibt. Und wenn der Prüfer vom Auftraggeber bezahlt wird, tut er sich schwer, Zertifikate zu verweigern. Und da ist Korruption nicht weit … Wo bleibt da die unantastbare Würde des Menschen?
HP


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